2007-05-13

Die Gugler

Von dailytalk @ 18:54 [ Geschichte ]
Als Gugler werden aufgrund ihrer kalottenförmigen Helme englische und französische Söldner bezeichnet, die Ende des Jahres 1375 unter der Führung von Enguerrand VII. de Coucy plündernd durch das schweizerische Mittelland zogen.

De Coucy stammte mütterlicherseits von den Habsburgern ab und kämpfte im Hundertjährigen Krieg. Während eines Waffenstillstands warb er 22000 unbeschäftigte englische und französische Soldaten an. Mit diesen wollte er den Erbanspruch seiner Mutter Katharina von Böhmen gewaltsam durchsetzen. Ziel des Eroberungsfeldzuges waren der Aargau sowie die Städte Aarau, Bremgarten, Lenzburg, Sempach, Sursee und Willisau. Diese standen gemäss einem Erbvertrag seiner Mutter zu, wurden aber von ihren Verwandten, den Herzögen Albrecht III. und Leopold III. zurückbehalten.

Anfangs Dezember 1375 zog das Heer plündernd und raubend über den Jura und teilte sich in drei einzelne Heere auf: Enguerrand de Coucy bezog mit dem Hauptheer Quartier im Kloster St. Urban, der südfranzösische Hauptmann Jean de Vienne im Kloster Gottstatt und der walisische Hauptmann Owen Lawgoch (Ivo von Wales) im Kloster Fraubrunnen. Der Raubzug wurde in der Gegend zwischen dem westlichen Aargau und dem Seeland fortgesetzt; dabei wurde das Städtchen Fridau vollständig zerstört. Die Bewohner der betroffenen Gegend und später auch die Stadt Bern organisierten den Widerstand und fügten den einzelnen Heeren bei nächtlichen Gefechten beträchtliche Verluste zu, am 25. Dezember bei Buttisholz, am 26. Dezember bei Ins und am 27. Dezember entscheidend bei Fraubrunnen. Die Winterkälte, aber auch die Unerschrockenheit der Einheimischen bewegte die Gugler zum Rückzug, das Hauptheer von de Coucy kam gar nicht mehr zum Einsatz.

1376 zogen sich die Gugler wieder zurück, ohne dass irgendeines der Kriegsziele erreicht worden wäre. De Coucy erhielt im Jahr 1387 in einem Vergleich mit Albrecht III. die Herrschaft Büren und die Hälfte der Stadt Nidau als Pfand zugesprochen. Doch bereits ein Jahr später ging sein Besitz an die Städte Bern und Solothurn verloren.



Entscheidungs-Schlacht bei Fraubrunnen (Wobei das Hauptheer der Gugler nicht in die Schlacht eingriff und somit nicht in die Kampfhandlungen bei Fraubrunnen involviert war)



Dynastie der Familie DE COUCY

Das einst prachtvolle Château de Coucy (es wurde im 1. Weltkrieg zu grossen Teilen zerstört...Deutsche Truppen sprengten u.a. den 47 Meter hohen Bergfried auch Donjon genannt)



Donjon vor der Zerstörung um Jahre 1917 (Bergfried der Burg)


Château de Coucy um 1875


Coucy