Wenn man sich die Entwicklung des Bildungsniveaus von westeuropäischen Frauen bzw. die rückläufige Entwicklung der Geburtenraten in westeuropäischen Ländern anschaut, kommt man zum Schluss, dass gebildete Frauen weniger Kinder auf die Welt bringen als weniger gut gebildete bzw. ungebildete Frauen.
Selbstverständlich kann man nun sagen, dass es zur Verhütung nicht viel Bildung bedarf. Jede Frau in Westeuropa sollte ja inzwischen wissen, dass es diverse Arten der Verhütung gibt. (Pille, Pille danach, Implanon, Spirale, Kondom, Femidom usw. usf.) Mit diesem Einwand hat man sicher Recht, doch wage ich zu behaupten, dass gebildeten Menschen (geschlechtsunabhängig) die persönliche Selbstverwirklichung im Berufsleben wichtiger ist als die Fortpflanzung der Sippe. Leute mit weniger Bildung hingegen, denken vermutlich öfter nur an das EINE als Leute, die noch andere Flausen im Kopf haben.
Viele Intelligente oder wenigstens Gebildete sind schon an der Spitze der Maslowpyramide angekommen und versuchen zu Lebzeiten ins geistige Nirwana einzutreten. Die anderen hingegen beschränken sich darauf ihre Gene weiterzugeben, damit wenigstens künftige Generationen ihres Stammes ins Nirwana eingehen können.
Okay, diese Sicht hat etwas Westeuropäisches an sich. So kann nur jemand reden, der in einem komplett ausgebauten Sozialstaat mit allen Annehmlichkeiten und Benefits lebt. In Afrika sieht das natürlich wieder ganz anders aus. Dort kennt man kein Rentensystem wie in der Schweiz, dort streitet man sich auch nicht um Umwandlungssätze bzw. macht sich Sorgen wegen einer umgekehrten Alterspyramide. Dort besteht die Rentenversicherung einzig aus den Kindern. Doch ist das wirklich gescheiter?
Die Geschichte hat doch gezeigt, dass kinderreiche Familien entweder sehr Reich sind (islamische Fürstenfamilien, die aus einem Fürsten und seinem Haarem bzw. den daraus entstehenden Kindern bestehen) oder eben sehr arm. Denn wenn Hinz und Kunz 10 Mäuler statt 1 zu stopfen haben, dann werden die Mittel schneller knapp als beim Fürsten.
Reich ist nicht gleich reich. Ich wage zu behaupten, dass der neureiche Geldadel weniger Kinder hat als alteingesessene Fürstenhäuser, die ausser ihrer uralten Linie und ihrem blauen Blut oft kaum noch etwas haben. Der Neureiche ist im Gegensatz zum Sohn aus altem gutem Hause kein Verwalter eines von anderen zusammengetragenen Vermögens. Er hat es selber zusammengetragen und je nachdem investiert er es deshalb wieder in seine Unternehmungen (weil er nicht zu leben weiss oder nicht anders kann) oder aber er steigt frühzeitig aus um im Bewusstsein, dass ein Leben kurz ist, das Leben heute in vollen Zügen zu geniessen, da es morgen schon wieder vorbei sein könnte.
Von diesen eher philosophischen Betrachtungen kommt man schnell zu den religiösen. Gewisse Kenner Gottes befehlen ihren Unterwürfigen ja fruchtbar zu sein und Junge zu werfen was es das Zeug hält. Hintergedanke dürfte hierbei sein auf diese Art eine Gesellschaft zu verändern. Man muss sich ja nur einmal vorstellen wie streng gläubige zuweilen vermutlich sogar fanatisierte Eltern ihre Kinder erziehen. Ein wahrer Alptraum für jeden liberalen Freigeist.
Ob die religiös verordnete Fruchtbarkeit wirklich sinnvoller ist als der Hedonismus gewisser Neureicher darf im Hinblick auf den Klimawandel indes bezweifelt werden. Wieviele Menschen verträgt die Erde ohne dabei Fieber zu bekommen? Man denke einmal an die Megatonnen Metangas, welche die unzähligen kleinen Windelkacker produzieren. (Okay, die Theorien und Studien linker Wissenschaftler sollte man mit Argwohn betrachten, das stimmt auch wieder....)
Wie auch immer, soll jeder selber entscheiden ob er Kinder bekommen will oder nicht. Hüten wir uns einfach vor einem Sozialstaat, der Kinderlose bestrafen will. Früher verstand man unter Sozial die Gesinnung am Leid anderer Teilzuhaben in dem man ihnen half. Heute versteht man unter sozial sowas Ähnliches wie kriminelles Raubrittertum am erfolgreich arbeitenden Bürger (dabei bedient man sich nach dem Vorbild von Leuten wie Stalin staatlicher Zwangsmechanismen). Es gibt inzwischen Leute, die sich gar nicht mehr bewusst sind, dass die Sozialhilfe, welche sie bekommen von anderen Leuten erarbeitet werden musste. Hüten wir uns davor die Schuld immer bei anderen zu suchen. Klar ist es einfach hinter dem persönlichen Leid immer gleich Leute wie Ospel, Vasella oder Bush zu sehen. Doch seien wir doch einmal ehrlich, diese Leute sind für unseren ganz persönlichen Lebensweg nicht wirklich verantwortlich. Zumindest meistens nicht.
Jedem seine kleine Yacht, mir das Meine.
